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Oft isses ja so, dass man irgendwo auf einem Festival steht und sich ernsthaft fragt "Wie machen die das? Wie kriegen die es hin, dass es wirklich so dünn klingt?". Kann einem z.B. in einem großen Londoner Park passieren, wo eine Band aus Nordamerika nur zur Hälfte zu hören ist.

Bleibt man dagegen in heimischen Gefilden, läuft man ständig diesem Typen über den Weg, den man gar nicht so recht auf dem Zettel hatte und wird jedes Mal aus den Socken gepustet. So geschehen z.B. auf dem Melt 2010 am frühen Abend. Man steht oben an ´ner Bude, isst nichtsahnend Nudeln und plötzlich schallert wieder dieses "Sach ma..." an einem vorbei – beantwortet von einem "...geht's noch!" aus geschätzt 15.000 Kehlen vor der Main Stage. Und dann geht´s wieder los und der Kerl macht einen Druck, als ob es leiser nicht ginge.

Hatte man natürlich ein paar Wochen vorher auch schon beim Hurricane auf der guten alten Motorrad-Sandrennbahn im Norden. Eigentlich eher so wegen der Freundin mitgefahren, die Massive Attack, Florence and the Machine und The Strokes sehen wollte. Da stehste dann an der Bierbude und hörst auf einmal ganz passend ein "Stößchen!" von der Hauptbühne. Danach geht es dann um so Sachen wie Nichtschwimmer, Lieblingsmenschen und Papierkrieg. Aus der Ferne zu erkennen: Ein verkappter 74er, eingerahmt von vier Profimusikern und einem DJ, die irgendwie alle wissen, wie man´s macht. Nach dem Flashback entscheidet man sich auf dem Melt, den Dingen auf den Grund zu gehen, stellt die Nudeln ab und nähert sich dem Spektakel. Da steht er dann, dieser Vogel, in seiner Jeanskutte, mit einem Tom Selleck Gedächtnisbalken im Gesicht, gedeckelt von so ´nem schrägen Basecap, und hat die Meute im Griff, die sich wenig später auf derselben Bühne Jamie T ansieht.

Und man fragt sich, was soll das sein? Irgendwie schon Rock, aber auch Hip-Hop und für Hip-Hop gar nicht schlecht. Vom fantastischen Festivalwochenende wieder zuhause, wirft man das Internet an und erfährt so einiges. Eins Zwo nannte sich das früher und es gibt wunderschöne Videos, die man dann doch auch schon ein paar Mal gesehen hatte, als Musikfernsehen noch Musikfernsehen war. Allen voran "Hand auf´s Herz" mit halb Hip-Hop- Hamburg. Irgendwie ist der Typ mit seinen Rock-Rap-Album "Vom Vintage Verweht" sogar in den Top-10 gechartet und irgendwo steht, dass es von diesem Moses Schneider produziert wurde. Plötzlich fallen die Puzzleteile wie Schuppen aus den Haaren und zusammen und man erinnert sich, ihn vor ein paar Jahren bei den Beatsteaks gesehen zu haben. Und haben nicht Mudder und Vadder nach dem Grönemeyer-Konzert von diesem Kerl erzählt, der die Rhetorik aber so was von abgecheckt hat. Na klar – Der große Rockhaus kommt in 26 Bänden.

Irgendwie war er schon immer da und nach dem audiovisuellen Vergnügen des Videos zu "Stumpf Ist Trumpf 3.0", das offenbar auch für den Echo nominiert wurde, ist man Fan. Schließlich war die eigene Jugend nicht zuletzt durch Colt Seavers, McGyver und die Spezialisten geprägt.

Also fährt man 2011 freiwillig auf´s Splash und stellt sich in der ersten Reihe vor die Hauptbühne, um den Titan, der Rap zum Sport erklärte, endlich aus der Nähe und ab dem ersten Song zu erleben. Danach steht fest: Nach so ´ner Show haust Du Dich erst Mal ´nen Tag ins Bett.